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Zum Welttag der Poesie und dem Internationalen Tag gegen Rassismus 2024 wurden in der Innsbrucker Innenstadt farbenfrohe Fahnen gehisst. Sie waren Teil eines Projekts der IG Autorinnen Autoren Tirol, das Vielfalt und Solidarität sichtbar machen sollte.
Gestaltet wurden sie von der Designerin Rosanna Schmidle. Im Interview spricht sie über ihre Herangehensweise, ihren kreativen Prozess und die Reaktionen auf das Projekt.
Wie bist du an die Gestaltung der Fahnen herangegangen, um die Themen Rassismus und Gleichberechtigung visuell umzusetzen?
Rosanna: Mir war es wichtig, eine Symbolik und eine Farbwelt zu finden, die unsere Vielfalt widerspiegeln kann – ohne dabei Klischees zum Thema Diversität und Gleichberechtigung oder auch Rassismus zu sehr zu bedienen. Zugleich sollte sie einladend wirken und Passant:innen zum Stehenbleiben bringen um sich mit den Textarbeiten der Autor:innen zu beschäftigen. So tauchten anfangs schon Begriffe wie Schattierungen, Facetten und Überschneidungen auf, die ich dann versucht habe zu interpretieren.
Gibt es bestimmte Farben oder Symbole, die du bewusst gewählt hast, um die Botschaft des Projekts zu verstärken?
Rosanna: Anfangs bin ich in der Ideation in die Breite gegangen und habe mehrere sehr unterschiedliche Entwürfe erarbeitet. Wir standen dann vor verschiedenen Richtungen:
Diese Entwürfe wirkten recht plakativ, eher wie Werbekampagnen oder Aushänge für Veranstaltungen und zu sehr „in your face“. Dadurch hat sich für mich kein Konzept ergeben, das sich richtig angefühlt hat, aber es war mir trotzdem wichtig, bunt und freundlich zu gestalten, um thematisch nicht in eine pessimistische Kerbe zu schlagen.
Am Ende war farblich gesehen dann doch mehr mehr…denn die Vielfalt der Farben und ihre Überlagerungen haben die Essenz der Thematik für mich richtig symbolisiert. Und so ist der finale Entwurf Prisma entstanden. Die Facetten, die jede:r von uns an sich hat und die (trotz der vielen Unterschiede) unsere Gemeinsamkeiten darstellen können.
Wie hast du die Texte der Autor:innen in deine Designs integriert?
Rosanna: Das grafische, bunte Element der Fahnen wurde bewusst nur in der oberen Hälfte der Fläche eingesetzt, um den Texten genug Weißraum und somit Platz zur Wirkung zu geben. Der erste Blick wird vielleicht durch die Farben angezogen, doch wenn man sich dann mit den Texten auseinandersetzen will, soll die Aufmerksamkeit leicht dortbleiben können. Deshalb hier auch eine sehr reduzierte Gestaltung mit einer klar lesbaren Schriftart und zusätzlich wurde, der Leserlichkeit halber, Text und Name de:r Autor:in im Unteren Bereich der Fahne platziert.
Kannst du uns mehr über deinen kreativen Prozess erzählen, von der ersten Idee bis zur finalen Umsetzung?
Rosanna: Ich versuche zu Beginn jedes Projekts breit zu denken und keine der Möglichkeiten von Anfang an schon auszuschließen. Hier hilft es auch, immer wieder Feedbackrunden mit den Partnern abzuhalten, damit man sich nicht „verzettelt“. Ich mache meine Vorschläge dann mit bestem Wissen und Gewissen und finde es super, wenn man sich auf einen der Entwürfe einigen kann und am Ende alle zufrieden mit dem Ergebnis sein können.
Mein Prozess gliedert sicher (vermutlich klassisch) in folgende Schritte:
Welche Reaktionen hast du auf die Fahnen und das Projekt insgesamt erhalten?
Rosanna: Sehr dankbares Feedback von der IG Autorinnen Autoren Tirol, insb. von Siljarosa Schletterer, die sich sehr über das Design gefreut hat und mit der ich schon weitere Projekte umsetzen durfte. Zum Welttag der Poesie / Welttag gegen Rassismus wurde das Projekt im einen oder anderen Zeitungsartikel erwähnt und die Fahnen hingen nun schon zum zweiten Mal auf den Innsbrucker Brücken – was mich natürlich sehr freut! Sichtbarkeit ist in dieser Hinsicht schließlich das A und O. Ich bin mir auch sicher, dass sich nicht jede:r positiv von dem Konzept angesprochen fühlt aber ich persönlich habe noch keine negativen Rückmeldungen bekommen.
Mit ihren farbenfrohen, durchdacht gestalteten Fahnen hat Rosanna Schmidle ein starkes Zeichen gegen Rassismus und für Gleichberechtigung gesetzt. Ihre Arbeit zeigt, wie Design und Kunst politische und gesellschaftliche Themen auf eine positive Weise transportieren können. Die Kombination aus lebendigen Farben und tiefgehender Poesie machte das Projekt zu einer inspirierenden Kunstaktion im öffentlichen Raum.
Rosanna Schmidle ist Industriedesignerin mit einem Masterabschluss und langjähriger Erfahrung im Grafikdesign. Unter dem Namen RØDES verbindet sie funktionale Ästhetik mit nachhaltigen Konzepten. Nach sechs Jahren in der Solarbranche nutzt sie ihr Wissen nun, um innovative Designlösungen zu schaffen, die nicht nur visuell beeindrucken, sondern auch einen echten Mehrwert bieten. Ihr Ansatz: Gestaltung, die Form und Funktion vereint und dabei sinnstiftend wirkt.
Mehr über ihre Arbeit gibt es auf www.rodes-design.com
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